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Wie setzen Sie Probetage und Praktika richtig zur Mitarbeitergewinnung ein?

Nutzen Sie die Chancen dieser Instrumente!

von Erwin Germann

Viele Unternehmen bieten Bewerbern und potenziellen Mitarbeitern diese Möglichkeiten bereits an.

Jedoch können wir deutlich feststellen, dass die Erwartungen in vielen Fällen nicht erfüllt werden. Wenn man an einem Probetag nur danebensteht und sich wie das 5. Rad am Wagen fühlt, springt oft der gewünschte Funke nicht über. Deshalb empfehlen wir allen Unternehmen, welche zukünftig aus diesen Tagen mehr machen wollen, gezielt die bisherigen Abläufe auf den Prüfstand zu stellen.

Grundsätzlich geht es darum, nicht nur die Zeit und den Aufwand zu erbringen, sondern für beide Beteiligten ein ehrliches Bild von der Gegenseite zu erhalten, um letztendlich die Entscheidung besser treffen zu können.

Diesen Anspruch können Sie als Unternehmen nur erfüllen, wenn Sie sich klar machen, mit welchen Informationen, Tätigkeiten und Begegnungen Sie den gewünschten Eindruck bei potenziellen Bewerbern erzeugen wollen. Das gleiche gilt für Praktika. Es geht nicht darum einen Zeitraum in einem Unternehmen zu überbrücken und diese Tage zu überstehen, sondern um einen echten Einblick in die Arbeit des Unternehmens zu erhalten. Dies ist jedoch in jedem Betrieb etwas anders.

Darum prüfe, wer sich (ewig) bindet

Dies erfordert die Bereitschaft, diese Menschen etwas tun zu lassen, Einblicke zu gewähren und Aufgaben zu stellen, welche einen Bezug schaffen und gleichzeitig verdeutlichen, ob diese Personen für diese Tätigkeiten und Aufgaben geeignet sind.

Sie kennen dies aus der Beziehungsebene. Es gibt Menschen, da merken wir sehr schnell, dass sie zu uns passen, weil sie ähnlich ticken. Doch es gibt auch Menschen, bei denen dieser Eindruck etwas länger braucht.

Für die Einstellung eines Mitarbeiters ist es wichtig, dass wir durch einen Probetag bestärkt werden, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Gleichzeitig gilt es notwendige Fähigkeiten und Fertigkeiten durch gezielte Aufgabenstellungen und Arbeitsaufgaben zu prüfen. Es nützt nichts, wenn jemand alles bis ins kleinste Detail sich notiert, jedoch Zusammenhänge und grundsätzliche Punkte des Prozesses trotzdem nicht erfasst.

Es ist doch kein Problem, wenn jemand am Probetag merkt, dass er oder sie diese oder jene Tätigkeit niemals mit Freude und Ausdauer machen will oder kann.

Neben den eigentlichen Tätigkeiten und Aufgabenstellungen zum Kennenlernen der zukünftigen Arbeit geht es auch um das Team. Der bzw. die neue Kollegin sollte das Team bereichern und zum Team passen. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte es für alle Beteiligten kein Problem sein, dankbar für diese Erkenntnis zu sein. Denn es passt eben nicht jeder zu jedem Unternehmen.

Vertrauen Sie dem Gefühl Ihrer Mitarbeiter

Hierbei ist es wichtig, dass die guten Mitarbeiter Ihres Unternehmens in Begegnung mit diesem Menschen kommen und einen Eindruck erhalten können. Wir unterschätzen im Arbeitsleben oft, dass Mitarbeiter sehr schnell merken, ob jemand zum Team passt oder nicht. Machen Sie sich bewusst, diese Kollegen werden in Zukunft mehr Zeit mit dieser Person verbringen als der Personalentscheider.

Wir brauchen Mitarbeiter, die in Zukunft für die Kollegen nach einer Einarbeitung eine Entlastung darstellen sollen und keine Mehr-Belastung.

Ein positiver Abschluss ist Pflicht – unabhängig von der Entscheidung

Für mich als langjähriger Personalentwickler ist ein offenes Abschlussgespräch ein Muss. Dafür sollte sich die zuständige Führungskraft bzw. die Geschäftsleitung Zeit nehmen. Wir können nur voneinander lernen, wenn ein Austausch stattfindet. Auch wenn nach einem Probetag bzw. Praktikum es keine gemeinsame Zukunft gibt, ist es wichtig einen positiven Abschluss zu schaffen.

Für den Fall, dass der Probetag bzw. das Praktikum gut verlaufen ist, ist dies der wichtigste Termin, um klare Signale und Angebote zu unterbreiten. Dies erhöht die Chance diesen Menschen als Mitarbeiter zu gewinnen.

Sorgen Sie auf jeden Fall für einen positiven Abschluss und übergeben Sie an diese Kandidaten etwas, was auch in Zukunft an Ihr Unternehmen und evtl. Sie als Führungskraft erinnern soll. Ich bin davon überzeugt, dass diese Geste gerade in unserer schnelllebigen Zeit besonders gut ankommt und eine neue Form der Verbindung schafft. Das erleichtert eine erneute Kontaktaufnahme in Zukunft enorm.

Unabhängig der aktuellen Entscheidung können jetzt notwendige Brücken gebaut werden, um ggf. auch zu einem späteren Zeitpunkt mit diesem Bewerber in Kontakt zu treten.