1A Garten-Chefseminar mit Erwin Germann

Die Inhaber/innen von zehn 1A Garten-Betrieben trafen sich am 24. Februar 2017 beim Chefseminar im Landgasthof Gentner in Moorenbrunn bei Nürnberg. Seminarleiter Erwin Germann, Berater von eka - die Berater GmbH, begeisterte die Teilnehmer von Anfang an. Er punktete mit seiner mitreißenden Art und seinen umfassenden Erfahrungen in diesem Bereich. Das Seminarthema lautete:

„Zeitgemäße Personalführung als Chef/in und Inhaber/in”

„Gerade in der grünen Branche, die zunehmend unter Fachkräftemangel leidet und Nachwuchssorgen hat, erweist es sich mehr und mehr, dass motivierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur eine kostspielige sondern im wahrsten Sinne des Wortes kostbare Ressource des Unternehmens sind“, weiß Erwin Germann aus langjähriger Berater-Erfahrung. „In unserer schnelllebigen Zeit genügt es schon lange nicht mehr, nur ‚den Chef raushängen‘ zu lassen, damit die Mitarbeiter ‚spuren‘ und der Betrieb läuft. Der autoritäre, autokratische Führungsstil ist nicht zielführend, wenn man einen positiven Einfluss auf die optimale Performance seines Teams haben möchte.“ Eine gute Personalführung soll die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter im Betrieb erhöhen, was sich mittel- und langfristig positiv auf den Verkaufserfolg auswirkt.

Der Chef geht mit gutem Beispiel voran

Im ersten Seminarpart stand die Leitbildfunktion als Chef/in und Unternehmer/in im Fokus. „Sie sind der Orientierungspunkt für Ihre Mitarbeiter", so Erwin Germann. „Alle Augen sind auf Sie gerichtet, Sie sind im besten Fall ihr Vorbild und leben das, was Sie vom Team fordern.“ Dabei sind Sie auf der einen Seite empathisch, sozial und kommunikativ, auf der anderen Seite zeigen Sie Konsequenz bei der Einforderung von Leistung und setzen sich im Zweifel durch. Außerdem holen Sie den Mitarbeiter dort ab, wo er steht. Die eierlegenden Wollmilch-Mitarbeiter, die bei gleicher Anforderung exakt gleich reagieren, gibt es nicht. Erwin Germanns Credo lautet „Wer führen will, muss andere bewegen können!“. Er vermittelte den Teilnehmern anschaulich, wie das gelingen kann.

Grundlagen der Mitarbeiterführung

Im zweiten Seminarpart erläuterte der Referent die zeitgemäßen Grundlagen der Mitarbeiterführung. Als Schlagworte wurden Begriffe wie Kommunikationsverhalten, Informationsmanagement und Delegationsbereitschaft genannt:

Die innerbetriebliche Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle für ein gutes Arbeitsklima. Für den Chef gilt: Zuhören ist besser als reden. Nur so gewinnt man einen Eindruck von den Befindlichkeiten seiner Mitarbeiter. Es empfiehlt sich außerdem, bei Mitarbeitergesprächen gute, also offene Fragen zu stellen. Das regt den Mitarbeiter zum selbstständigen Denken an und sorgt dafür, dass er die Ergebnisse des Gesprächs nicht einfach hinnimmt, sondern in der Regel mit trägt. Junge, unerfahrene oder neue Mitarbeiter spricht man anders an als alte Hasen im Betrieb. Halten Sie nicht mit Feedback hinterm Berg. Wenn das einmal nicht positiv ausfallen sollte: Auch Kritikgespräche erfordern Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen.

Ein gelungenes Informationsmanagement sorgt dafür, dass der reibungslose Betriebsablauf sichergestellt ist. Außerdem schätzen es die Mitarbeiter sehr, wenn man sie durch frühzeitige und offene Information ins Tagesgeschehen einbindet und sie auch über die kurz- und langfristigen Ziele nicht im Unklaren lässt. Wer weiß, was er warum tut, ist deutlich motivierter und bringt sich aktiver mit ein. Außerdem sorgt regelmäßiger Informationsfluss dafür, dass der Fokus auf die wesentlichen Themen reduziert werden kann. Im Arbeitsalltag ist es für den Chef aber manchmal nicht so einfach, alle Neuigkeiten auf der Stelle zu kommunizieren. Es ist also wichtig, dass man den Mitarbeitern klar macht, dass Mitdenken hilft und Fragen stellen kein Zeichen von Schwäche ist. Es sollte also die Holschuld hinsichtlich der Informationsbeschaffung beim Mitarbeiter sensibilisiert und stetig erhöht werden.

Delegationsbereitschaft ist die Bereitschaft, abgeben zu wollen, an jeder Stelle des Betriebes, damit ein nachhaltiger Wissens- und Erfahrungstransfer erfolgt. Das fällt manchem Chef nicht immer leicht. „Bis ich das lang erkläre, mach ich’s schneller selbst“ oder „Wenn ich es mache, weiß ich, dass es richtig ist“, sind nur einige der Ausreden von Chefs, die sich schwer tun, Verantwortung abzugeben, auch wenn sie im Grunde genommen wissen, dass Delegieren im richtigen Maß dem Team Selbstvertrauen schenkt und den Vorgesetzten entlastet, so dass ihm mehr Zeit für unternehmerische Aufgaben bleibt. Wie Delegation optimal funktioniert, vermittelte Erwin Germann anhand der „5 Stufen der Delegation“. Die Seminarteilnehmer erfuhren von ihm worauf es bei diesen unterschiedlichen Stufen des Delegierens ankommt. Danach sollte jede/r Chef/in seine Mitarbeiter einsetzen und überprüfen, damit man als Chef in Zukunft besser einschätzen kann, ob die Mitarbeiter die vermittelten Aufgaben in Sinne des Betriebes und unter Berücksichtigung der Kosten erledigen.

Wieviel Kontrolle ist nötig?

Im dritten Seminarpart wurden die Möglichkeiten erörtert, die dem modernen Chef für Kontrolle der Ausführung und der Qualität der ausgeführten Aufgaben zur Verfügung stehen. „Wenn Aufgaben an die Mitarbeiter delegiert werden, gleich auf welcher Stufe der Delegation, müssen diese richtig und vollständig erledigt werden. Denken Sie daran, dass Menschen Aufgaben auf eine unterschiedliche Weise bewältigen. Das Ergebnis muss stimmen", betont Erwin Germann.

Praxisübung Mitarbeitergespräch

Nach dem Mittagessen stand für die Teilnehmer die praktische Umsetzung von Mitarbeitergesprächen auf dem Programm. Es wurde ihnen eine klare Gesprächsstruktur dazu an die Hand gegeben. Einige Übungen dazu vermittelten die Anwendungsmöglichkeiten dafür. Insbesondere die Fragequalität bzw. die durchgängige Gesprächsführung wurde bewusst aufgezeigt, um die Richtung der zu besprechenden Themen vorzugeben und gezielt die Mitarbeiter zum Denken bzw. Nachdenken zu animieren.

Im letzten Teil des Seminarprogramms nannte Erwin Germann verschiedene Möglichkeiten, besonders engagierte Mitarbeiter zu gratifizieren. Zum Beispiel eine Belohnung für freiwillige Sondereinsätze bzw. Flexibilität, um den Betriebsablauf auch in Engpasssituationen. Oder die Teilnahme der Mitarbeiter bzw. Begleitung des Inhabers auf Messen. Dabei sollten jedoch einige Regelungen im Arbeitsvertrag beachtet werden.

„Die Resonanz der Teilnehmer war durchweg positiv“, freut sich Germann. „Die Wertigkeit des Themas wurde allen Teilnehmern klar verdeutlicht. Der Wunsch nach einer vertiefenden Fortsetzung des Seminars wurde geäußert.“ Christine Wagner, Projektleiterin von 1A Garten ergänzt: „Erwin Germann bietet im Berater-Pool von eka – die Berater GmbH individuell auf die Bedürfnisse der ekaflor-Betriebe zugeschnittene Seminare an. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten!“

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In: ekaflor-News 03/2017