Digitale Kompetenz – für Betriebe heute überlebensnotwendig

Wir sind in einer schnelllebigen Zeit unterwegs. Markt, Konsumenten und Gesellschaft ändern sich rasant. Menschen sind heute mit ihren Smartphones, I-Pads und Laptops permanent online. Wenn es nicht gerade eine neue E-Mail ist, dann wird in einem der sozialen Netzwerke gearbeitet, um den Status weiter zu verbessern. Das digitale Zeitalter ist im Leben der Menschen längst angekommen.

Im Wirtschaftsleben spielt die digitale Vernetzung eine immer größere Rolle. Sie bietet für alle Beteiligten enorme Vorteile. Dies betrifft die Transparenz in der Information, die Schnelligkeit für einen Austausch und gleichzeitig eine Entscheidungsfindung per Klick. Früher hätte die Suche und Auflistung der günstigsten regionalen Tankstelle mehrere Tage gedauert und wäre bereits bei der Veröffentlichung schon überholt gewesen. Heute zählt die Tankstellen-App mit den jeweils günstigsten Tankstellen der Stadt beziehungsweise der Region zur häufig genutzten App, obwohl deshalb nicht alle anderen Tankstellen schließen mussten.

Mit der digitalen Entwicklung Schritt halten

Es gibt heute keine Möglichkeit mehr, sich als Unternehmen dieser Entwicklung zu entziehen. Viele kennen den Satz: Sie gehen mit der Zeit oder Sie gehen mit der Zeit! Betriebsinhaber und Geschäftsführer sind gefordert, diesem Anspruch gerecht zu werden. Dies gilt auch für die grüne Branche. Unternehmen, die es im World Wide Web nicht gibt, sind für potenzielle Interessenten nicht existent. Kunden informieren sich heute zunächst im Internet, und zwar nicht mehr nur am PC oder Laptop, sondern permanent. Dies bedeutet EVERNET – zu jeder Zeit an jedem Ort. Durch die Flatrates ist dies auch preiswert und somit ein gängiger Zustand.

Mindeststandards als notwendige Basisausrüstung

Digitale Kompetenz bedeutet für die Entscheider in der grünen Branche, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und zur Chefsache zu machen. Sie müssen dafür sorgen, dass wenigstens die aktuellen Mindeststandards erreicht werden. Dazu gehört heute neben der Homepage, dem Google-Eintrag auch eine identische E-Mailadresse.

Mit Mitarbeiter-App stets auf dem aktuellen Stand

Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet digitale Kompetenz eine neue Form des Informationsverhaltens. Eigentlich ist Mitarbeitern bekannt, dass die Holschuld für aktuelles Wissen im Betrieb bei 50 Prozent liegt. Leider sieht die Praxis diesbezüglich anders aus. Obwohl viele Chefs und Führungskräfte stets bemüht sind, die zahlreichen für den Arbeitsalltag notwendigen Informationen weiterzugeben, werden diese nicht durchgängig wahrgenommen und verinnerlicht. Es ist Betrieben heute nicht mehr möglich, seine Mitarbeiter über alles Notwendige ausführlich zu informieren. Dafür ist der Informationsumfang bereits jetzt zu groß geworden. Hier ist ein Umdenken der Mitarbeiter gefordert. Einige innovative Betriebe haben hierzu bereits eine eigene Mitarbeiter-App platziert, auf der sämtliche aktuelle Informationen mit notwendigen Informationen vermischt werden. Gerade die technikaffinen und jungen Mitarbeiter sind davon total begeistert.

Bei Mitarbeitern kommt zur „normalen“ Informationspflicht dazu, dass sie sich digital informieren müssen. Das heißt, sie müssen nicht nur die Domain des Betriebes kennen, sonders sollten regelmäßig die Homepage besuchen, um über aktuelle Entwicklungen Bescheid zu wissen. Es darf nicht sein, dass Kunden Mitarbeiter mit Informationen aus der eigenen Homepage überraschen. Es muss zum Standard gehören, sich als Mitarbeiter dort regelmäßig (täglich) zu informieren. Wie selbstverständlich dieses Informationsverhalten bereits ist, merken Betriebe mit Auszubildenden. Diese sind in der Regel über die Inhalte der Homepage bestens informiert. Informationen aus dem eigenen Betrieb reichen aber für den Kundenkontakt nicht mehr aus. Gefragt sind darüber hinaus Informationen über Hersteller und Produzenten, weiterführende Informationsplattformen sowie Preisvergleichsportale. Während Kunden, auch ältere, dies bereits gut beherrschen, lässt sich die Mehrheit der Fachberater damit noch irritieren.

Mit digitaler Kompetenzüberzeugen

Der Mitarbeiter von morgen muss auf diesem Spielfeld überzeugen und wie selbstverständlich über Online-Wettbewerbsangebote Bescheid wissen. Gleichzeitig sollten spezielle Optionen für eine effiziente Kundenberatung aktiveingesetzt werden. Von einigen Lieferanten wird bereits angeboten, dass Schadensbilder via I-Pad innerhalb kürzester Zeit durch Experten begutachtet werden. Entsprechende Empfehlungen und Hinweise werden zurückgesendet. Darüber hinaus helfen spezielle Konfiguratoren, beispielsweise Möglichkeiten der Terrassengestaltung, dem Verkäufer, die Vorstellungskraft des Kunden zu unterstützen. Dazu muss aber neben der fachlichen die digitale Kompetenz, insbesondere im Moment des Kundenkontakts, verfügbar sein. Zu wissen, welche technischen Möglichkeiten es gibt, sie aber nicht nutzen, reicht nicht aus. Das spüren Kunden sofort. Mit der digitalen Kompetenz eröffnen sich zeitgemäße Differenzierungsmöglichkeiten im Umgang mit Kunden. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Möglichkeiten nur wirklich etwas nutzen, wenn am Ende der Verkaufsgespräche Aufträge vor Ort beziehungsweise per Klick für den Betrieb erzielt werden.

Profilierung mit digitaler Kompetenz

Digitale Kompetenz ist in der heutigen Geschäftswelt unabdingbar. Deshalb der Appell an alle Unternehmer, gerade auch aus der Gartenbaubranche: Profilieren Sie sich als Betrieb gegenüber Ihren Kunden. Setzen Sie sich mit den neuen Möglichkeiten aktiv auseinander und schaffen Sie die notwendigen Rahmenbedingungen für Ihre Mitarbeiter. Trotz aller digitalen Möglichkeiten –der traditionelle gärtnerische Fachhandel wird auch weiter Zukunft haben. Der Kunde entscheidet, welchen Einkaufskanal er wählt. Wichtig ist am Ende der Verkaufserfolg und die Zufriedenheit des Kunden.

Quelle: ZVG Gartenbau Report 03-2014