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Nachgefragt: Die wichtigsten Aktionsfelder der Grünen Branche für 2015

Weichen stellen für eine blühende Zukunft

von Erwin Germann

„Welche Bereiche sind 2015 für den grünen Fachhandel besonders wichtig?", fragten wir auch Erwin Germann. Seine Antwort – digitale Vermarktung, verkäuferische Kompetenz, motivierter Nachwuchs – kann er gut begründen.

Das Jahr 2015 steht für mich für den Umbruch in der Vermarktung. Bei jedem Inhaber und Floristen müsste angekommen sein, dass der digitale Kunde in jedem Geschäftsbereich Einzug gehalten hat. Die technische Voraussetzung muss jetzt auch beim letzten Betrieb fertiggestellt werden. Wen es 2015 digital nicht gibt, den gibt es für die Mehrheit der Kunden nicht. Es gilt nicht nur, die Homepage zu finden, sondern dieses Instrument für die Vermarktung zu nutzen.

Aktualität ja, aber kein Aktionismus

Gerade die Floristen haben hier ein hervorragendes Instrument, um sich mit Ihren Leistungen aktiv und kreativ darzustellen. Grundlage sollte jedoch immer ein digitales Vermarktungskonzept sein, damit sich Aufwand und Kosten im Rahmen halten. Aktualität muss erfüllt sein, purer Aktionismus muss vermieden werden. Als weiteres wichtiges Thema steht die Qualifizierung im Hinblick auf die verkäuferische Kompetenz im Vordergrund.

Die Ergebnisse der letzten Testserien im Blumenfacheinzelhandel 2014 sind niederschmetternd. 78 % der Testkunden wurden nicht zufriedengestellt und bei so manchem Kunden entstand der Eindruck, dass er nicht mehr wichtig ist. Bei zwei Drittel der Kunden sind die Mitarbeiter bei der Reaktionszeit und dem Anspracheverhalten komplett durchgefallen. Höherwertige Produkte wurden nur in 10 % der Fälle angeboten. Bei 95 % aller digitalen Kunden sind die getesteten Floristen durchgefallen. Wer einen solchen Kunden gleich berät wie einen bisherigen Kunden, macht zwangsläufig etwas falsch. Jeder Mitarbeiter muss lernen, Kunden individuell zu erkennen und zu bedienen.

Freude an Floristik und den Kunden

Die meisten sind hervorragende Floristen, aber keine Verkäufer. Hinzu kommt, dass es Floristen in der Praxis nicht schaffen, Begeisterung für die floralen Möglichkeiten zu übermitteln. Wer Kunden in Zukunft nur abwickelt, bekommt die Rechnung – garantiert. Die Branche braucht junge und neue Mitarbeiter, die den Beruf in Verbindung mit Kunden und Elan ausüben.

Um diese Menschen zu aktivieren, müssen zeitgemäße Marktplätze geschaffen werden. Der Berufsstand braucht regionale und individuelle Akzente. Die Betriebe und Inhaber haben ein Gesicht und dieses muss vermittelt werden. Über unser Projekt „Ausbildung direkt" erlebe ich immer wieder, dass es viele interessierte junge Menschen gibt, die tolle Leistungen bringen und als Auszubildende richtig Freude bereiten. Wir haben aktuell einen türkischen Auszubildenden, der bereits viermal in Folge Bestnote in der Zusatzqualifizierung erzielt hat. Er motiviert gleichzeitig alle anderen Auszubildenden.

Erkennen Sie die Chancen. Grundsätzlich geht es immer nur darum, den ersten Schritt zu machen. Vieles ergibt sich dann auf dem Weg. Stellen Sie Ihre Weichen für eine blühende Zukunft!

Text: Edith Strupf, Stuttgart

Quelle: Florieren! 01-2015,