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Heutige Anforderungen an die Personalentwicklung

Rahmenbedingungen für Zukunftsfähigkeit

Jeder Betrieb ist heute gefordert, sich Gedanken über ein zeitgemäße Personalentwicklung zu machen. Viele Unternehmer sind sich der Tatsache noch nicht bewusst, dass sie schon jetzt und in Zukunft Mitarbeiter der nächsten Generation haben werden. Wo immer neue Mitarbeiter eingestellt werden, wird man merken, dass sie heutzutage andere Erwartungen haben und höhere Anforderungen an sie stellen. Weil ausreichend qualifizierte Mitarbeiter oft händeringend gesucht werden, sind zwingend die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um zukunftsfähig zu bleiben.

Der Veränderungsprozess ist bereits in vollem Gange. Betriebe merken dies insbesondere dann, wenn sie für bisherige Mitarbeiter und Führungskräfte einen Nachfolger suchen. Diese Art von Mitarbeiter werden sie in Zukunft nur sehr schwer finden. Die Generation, die ein ganzes Arbeitsleben in einem Betrieb verbringt, stirbt langsam aus. Während aktuell noch zahlreiche Betriebe über Mitarbeiter verfügen, welche bereits über 20 Jahren in einem Betrieb arbeiten, wird sich bereits in den kommenden 10 Jahren diese Betriebszuhörigkeit gewaltig verändern. Die voraussichtliche Betriebszugehörigkeit wird sich unter 10 Jahren im Durchschnitt einpendeln. Solche Veränderungen wirken sich insbesondere auf die zukünftigen Betriebsstrukturen aus. Gleichzeitig schwindet die Bereitschaft bei vielen Mitarbeitern, wirklich Verantwortung zu übernehmen und Einsatz zu zeigen.

Wo soll die Reise hingehen: Ein Blick auf die Strukturen

Ein wichtiges Zukunftsthema ist die Anpassung der Betriebsstruktur. Die Zeit der Generalisten neigt sich langsam dem Ende zu. Jeder Mitarbeiter sollte wissen, wofür er zuständig ist, und klare Angaben zu seinen Aufgabenstellungen und Zuständigkeiten in Form überschaubarer Arbeitseinheiten erhalten. Dabei sollten die unterschiedlichen Wissensstände der Mitarbeiter berücksichtigt werden, denn Arbeitsabläufe, die früher jedem Floristen oder Gärtner klar waren, können heute nicht durchgängig sichergestellt werden. Das bedeutet für die Unternehmen, dass die Arbeit manchmal anders eingeteilt werden muss und sich neue oder zusätzliche Schnittstellen im Arbeitsprozess ergeben. Daher sollte der Qualifizierungsstand regelmäßig überprüft und den Anforderungen entsprechend angepasst werden, um den Betriebsstandard sicherzustellen. Hier helfen neue Formen für die Einarbeitung und fundierte Wissensvermittlung, um das Niveau nicht nur zu halten, sondern stets weiter zu verbessern.

Noch entscheidender ist, dass neue Mitarbeiter in den Betrieben wirklich ankommen und die betrieblichen Zusammenhänge erfasst und verstanden haben. Die Betriebsleitung sollte neue Feedbackstrukturen implementieren, die auch als Frühwarnsystem für mögliche Unzufriedenheit dienen. Dabei ist es weniger relevant, ob man zeitnahe Gespräche führt oder ein Feedback-Tool einsetzt (über die Google Suche finden Sie ein für Sie passendes Instrument). Wichtiger ist, dass man schnell reagieren kann und für beide Seiten annehmbare Lösungen gefunden werden.

Die Transparenz über die digitalen Medien und Arbeitgeberplattformen wird in Zukunft weiter zunehmen, daher ist es ratsam, die Zufriedenheit des Personals nicht nur hinsichtlich der Bindung an das Geschäft sicherzustellen. Gute Betriebe mit Top-Bewertungen werden eine Sogwirkung erzielen, denn zukünftige Mitarbeiter werden durch positive Bewertungen ermutigt, sich bei Ihnen zu bewerben. Negative Bewertungen sind hier äußerst kontraproduktiv.

Fördern Sie neben der Qualifizierung auch Spaß und Zusammenhalt

Um das Zusammenwachsen und das Gemeinschaftsgefühl im Team zu fördern und die Fluktuation gering zu halten, sind zusätzliche Teambuilding-Maßnahmen hilfreich. Der Spaßfaktor sollte dabei nicht zu kurz kommen, es können aber natürlich auch Aktionen gestartet werden, die unmittelbar den betrieblichen Alltag optimieren. Wichtig ist heribei, durch Teambildungsexperten eine Transferleistung für den Arbeitsalltag zu vermitteln.

Ich befürchte, dass die Zahl der Personen ohne qualifizierte berufliche Kenntnisse eher zunehmen wird, daher gilt es, die Mitarbeiter-Qualifizierung im Betrieb selbst in die Hand zu nehmen. Auch die Tatsache, dass die Mitarbeiter der immer komplexer werdenden Digitalisierung gewachsen sein müssen, macht Wissensvermittlung mit regelmäßigen Updates und Schulungen unverzichtbar.

Zeitgemäße Personalentwicklung heißt auch, dass man sich als Unternehmer Gedanken macht, wie man das Ausscheiden erfahrener Mitarbeiter kompensiert. Gleich, ob sie den Ruhestand antreten oder sich anderweitig beworben haben. Es wird oft nicht daran gedacht, dass mit deren Weggang dem Betrieb in der Regel ein enormes Wissenspotenzial und Erfahrungen verloren gehen. Hier sollte der Betrieb gezielt gegensteuern. Wir empfehlen z. B. den Einsatz eines Mentoren–Systems zur Ausweitung der Wissensvermittlung. Neben den Erfahrungen können zahlreiche Informationen in die zukünftigen IT-Systeme übernommen und integriert werden. Wir beraten Sie gerne, wie das am besten realisiert wird.

Jedem sollte bewusst sein, dass die Betriebe der Grünen Branche künftig nur mit ausreichend qualifzierten Mitarbeitern auf eine gesunde wirtschaftliche Basis gestellt werden können. Stellen Sie die Weichen frühzeitig dazu! Viele Betriebe denken in zu kurzen Zeiträumen. Solche Prozesse brauchen mindestens 3–5 Jahre für eine nachhaltige Entwicklung.

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung haben wir bereits einige Betriebe von ekaflor auf diesem Prozess begleitet. Gerne begleiten wir auch Sie auf diesem Weg und unterstützen Sie bei diesem Prozess.

In: ekaflor-NEWS, 8/2019