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Da will ich arbeiten!

Arbeitgeber-Marke werden

Der Außenauftritt eines Unternehmens spielt nicht nur in Bezug auf die Kundenansprache eine wichtige Rolle. Auch bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern hat es mittlerweile einen großen Einfluss, welches Image der Betrieb nach außen vermittelt. Der Aufbau und die Pflege des eigenen Unternehmens als Arbeitgebermarke wird deshalb immer wichtiger.

Alle Betriebe in der grünen Branche spüren die Veränderungen der letzten Jahre – besonders im Personalmarkt. Zahlreiche Ursachen verschärfen diese Herausforderung. Egal, ob Fachkräftemangel oder Generationswechsel. Für alle Betriebe gelten die gleichen Prämissen: Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter bilden das Rückgrat für die Existenz der Betriebe. Zukunftssicherung bedeutet die aktive Auseinandersetzung mit den neuen Herausforderungen in der Berufs- und Arbeitswelt von morgen. Ein „Weiter so“ beziehungsweise ein „es wird schon irgendwie weitergehen“, reicht längst nicht mehr aus. Inhaber, Geschäftsführer sowie Führungskräfte sind gefordert, über neue Wege zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern aktiv nachzudenken. Denn ohne Mitarbeiter – keine Zukunft.

Grundbaustein: Gutes Betriebsklima

Der falsche Ansatz ist, mit einer Marketingagentur, ein paar coolen Bildern und einer aufgepeppten Homepage oder Stellenanzeige mit starken Sprüchen zu starten. Bereits nach den ersten Tagen merken die neuen Mitarbeiter, dass die Wirklichkeit anders aussieht. Somit steht die Glaubwürdigkeit auf dem Prüfstand. Zunächst gilt es, mit den vorhandenen Mitarbeitern an einer durchgängigen und gelebten Willkommenskultur zu arbeiten. Dabei sind die elementaren Unternehmenswerte zu verdeutlichen. Wofür stehen wir? Die Basis bildet ein nachweislich gutes Betriebsklima unter den vorhandenen Mitarbeitern und das Verständnis aller Beteiligten, dass neue Mitarbeiter andere Wertvorstellungen und Anforderungen an Unternehmen und Kollegen haben.

Es gilt gemeinsam mit allen Mitarbeitern abzustimmen, wie die positiven Aspekte des Unternehmens an potenzielle Kandidaten und Bewerber vermittelt werden können. Entscheidend ist, dass jeder einzelne Mitarbeiter verstehen muss, dass die vorhandenen Mitarbeiter die Brücke zu den neuen Kollegen aktiv aufbauen und mit Leben erfüllen müssen, damit sich die zukünftigen Kollegen bei uns wirklich wohlfühlen und ankommen. Dieser Prozess wird heute als Onboarding bezeichnet. Hier gilt es, in gemeinsamer Zusammenarbeit weitere betriebsspezifische Aspekte einzubauen und diese durch externe Personalexperten begleiten zu lassen.

Nach der internen Sicherstellung des Betriebsklimas und Teamgedankens sollte diese positive Entwicklung gezielt nach außen kommuniziert werden. Zunächst gilt es zu begreifen, dass die meisten Betriebe Mitarbeiter aus dem regionalen Umfeld ansprechen. Es ist somit nur wichtig, im Zielgebiet gefunden zu werden.

Den Bekanntheitsgrad steigern

Das bedeutet, dass der Bekanntheitsgrad als attraktiver Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber durch konkrete Beiträge und Aktivitäten in der Presse verstärkt werden müssen. Nur wenn potenzielle Interessenten Sie als Arbeitgeber kennen, werden sie auf Ihre Homepage gehen und schauen, welche Stellen offen sind oder ob Mitarbeiter gesucht werden.

Die meisten aktuellen Homepages in der grünen Branche sind auf Kunden ausgerichtet, was völlig nachvollziehbar ist. Jetzt muss direkt auf der Startseite ein Link zu Stellenangeboten oder einer Unterseite "Karriere" erfolgen. Nach maximal zwei Klicks muss der Interessent notwendige Informationen erhalten.

Abweichend von den Stellenanzeigen sollte zunächst eine Teambotschaft erfolgen – „wir suchen dich!“ Mitarbeiter zeigen Gesicht als Team in Aktion und sprechen potenzielle Kandidaten direkt an. Zusätzlich können Mitarbeiter auf verschiedenen Wegen über den Betrieb und deren Tätigkeiten berichten. Es gibt auch die Möglichkeit, einzelne Mitarbeiter in jeweiligen Funktionen vorzustellen. Hierzu gibt es bereits zahlreiche erfolgreiche Praxisbeispiele mit Sog- und Sympathiewirkung. In einer Zeit der digitalen Bewertung haben sich Bewertungsportale ebenfalls auf die Arbeitgeberbewertung ausgeweitet. Insbesondere das Portal Kununu hat sich gerade auf Unternehmen im Mittelstand konzentriert. Sie brauchen nur Ihren Betrieb plus Gehalt bei Google eingeben, dann erscheinen in den meisten Fällen an erster Stelle Bewertungen auf dieser Plattform. Mit einem zweiten Klick sehen Sie alle vorliegenden Bewertungen in den Rubriken Gehalt und Kultur.

Als Arbeitgeber haben Sie die Möglichkeit, auf jede Bewertung mit einem Kommentar zu reagieren, damit sichtbar wird, dass Sie diese Bewertung ernst nehmen. Jeder Betrieb ist aktuell gefordert, auf eventuell vorhandene Bewertungen als Arbeitgeber zeitnah zu reagieren. Gleichzeitig kann jeder Mitarbeiter eine ehrliche Bewertung zum Unternehmen abgeben. Gerade positive und loyale Mitarbeiter machen das nach Aufforderung gerne. Das Gleiche gilt für Azubis. Sogar ein Bewerber kann eine Bewertung abgeben. Dies ist insbesondere in Zeiten der Personalsuche wichtig, gerade im Hinblick auf Reaktionszeiten und den Umgang mit Bewerbern. Was zählt ist Aktualität und die Anzahl in jeder Rubrik mit dem Anspruch größer als 1 zu schaffen.

Sollten Sie es schaffen, dass Sie in einem Kalenderjahr mehr als 10 Bewertungen insgesamt erhalten, können Sie sich für den Wettbewerb TOP-Arbeitgeber bewerben. Gerade mittlere Betriebe mit mehr als 30 Beschäftigten sowie mehreren Azubis pro Ausbildungsjahr können dies erreichen. Denken Sie bitte immer daran, dass Sie nur in Ihrer Region und Ihrer Branche die Nummer eins als Ausbildungsbetrieb oder Arbeitgeber werden wollen. Alle Betriebe, die Interesse daran haben, unterstützen wir gerne bei der Umsetzung dieser Strategie als Best-of-Praxisbeispiel in der grünen Branche. Gemäß einer einfachen Regel aus dem Marketing. Tue Gutes und sprich darüber – auf allen aktuellen Kanälen. Die Herausforderung liegt darin, mit den vorhandenen Mitarbeitern und Auszubildenden im Jahresverlauf Aktivitäten und Aktionen anzubieten und durchzuführen, die Spaß machen und über diese gezielt zu berichten.

Wie wird man als guter Betrieb wahrgenommen?

Dies kann eine Story über einen gemeinsamen Messebesuch, eine durchgeführte Schulung oder ein gemeinsames Teamevent sein. Beachten Sie bitte bei allen Bildern bzw. Videos die Einhaltung der DSGVO und denken Sie daran, dass eine Story noch keinen TOP-Arbeitgeber ausmacht. Die Wahrnehmung beginnt bei der eigenen Homepage. Dies kann auf die sozialen Medien ausgeweitet werden.

Insbesondere im Bereich der Ausbildung ist der direkte Kontakt zu den Schulen in der Region wichtig. Auch hier gilt es, neue Wege für die Kooperation einzugehen im Rahmen von Patenschaften, Unterstützung bei Schulprojekten oder dem aktiven Angebot von Praktika und Ferienjobs. Die Schüler können über die Erlebnisse gerne berichten. Das sorgt für Aufmerksamkeit insbesondere bei potenziellen Auszubildenden.

Als potenzieller Top-Arbeitgeber in Ihrer Region müssen Sie Antworten auf aktuelle Themen liefern. Dazu gehören Flexibilität, betriebliche Gesundheitsfürsorge, Fitness-Angebote, Karrieremodell und vieles mehr. Auch zu Themen wie Work-Life-Balance gilt es, Aussagen zu machen, da diese Themen gerade für neue und junge Mitarbeiter wichtig sind.

In: DEGA Grüner Markt 11-12/2020