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Warum Weiterbildung wichtig ist

Plädoyer für lebenslanges Lernen

Permanente Weiterbildung sorgt dafür, dass aktuelle Entwicklungen und Prozesse verstanden werden. Es wird in Zukunft nicht mehr ausreichen, Blumen kreativ zu einem Strauß zu binden. Dies ist nur eine Tätigkeit von vielen in einem Gesamtprozess. Dabei spielt die Digitalisierung eine besondere Rolle: Es gibt im Arbeitsablauf immer mehr Schnittstellen zu digitalen Prozessen, egal, ob es um den Wareneingang, den Kassiervorgang, das spezielle Kundenangebot oder Kundendaten im CRM-System geht (Customer Relationship Management). Dafür gibt es keine zusätzlichen Mitarbeiter, all diese Tätigkeiten werden von Floristen erfüllt werden müssen.

Fachwissen und Verkaufskompetenz

Bei der Weiterbildung geht es zunächst um Grundlagenwissen, damit man den Beruf als Florist/-in erfüllen kann. Dazu gehört nicht nur das Wissen, das man irgendwann gelernt hat, sondern aktuelles Fachwissen. Hinzu kommt Verkaufskompetenz. Umfassende Kenntnisse, wie man mit Kunden umgeht, sichern die betriebswirtschaftliche Basis für jedes Geschäft. Wenn Floristen nicht verkaufen können, ist die Existenz des Betriebs gefährdet. Der wichtigste Grund für Weiterbildung ist, dass wir einen „Gleichstand“ an Wissen brauchen. Die Kunden sind heute im Internet unterwegs und kommen mit Halbwissen, Wettbewerbspreisen und Produktbezeichnungen ins Geschäft. Nur als informierter Florist kann ich souverän damit umgehen. Dazu ist eigene Recherche notwendig, und bei jeder Kundenbegegnung kann man dazu lernen. Betriebsinhaber haben die Aufgabe, konkrete Anforderungen für entsprechende Funktionen zu definieren – sie können durch entsprechende Schulungen nachhaltig gesichert werden. In anderen Berufen ist das längst Routine geworden. Ärzte und Steuerberater erhalten seit Jahren für den Besuch von speziellen Fachkongressen Punkte. Ohne die geforderte Punktzahl ist die Zulassung gefährdet, und gleichzeitig wirkt sie sich auf die Abrechnung mit den Krankenkassen aus.

Nicht nur lernen, sondern verstehen

Grundsätzlich muss Wissen verstanden werden, damit es gesichert ist. Viele junge Menschen haben sich eine „Bulimie-Methode“ angeeignet: Man lernt auswendig, kotzt das Wissen bei der Prüfung aus und vergisst es danach wieder. Damit das nicht passiert, ist eine Überprüfung des vermittelten Wissens notwendig. Nur wenn der Mitarbeiter Wissen wirklich versteht, kann er damit arbeiten. Deshalb unterscheiden wir Grundlagen-, Fach-, Experten-, Praxis- und notwendiges Prozesswissen.

Kunden wollen bei Gewinnern kaufen

Meine persönliche Regel: Nur wer selber lernt und sich neues Wissen aneignet, ist auf dem aktuellen Stand. Ich besuche neben den wichtigen Fachmessen mindestens vier Seminare und Weiterbildungen pro Jahr – seit über 20 Jahren. Wachsendes Wissen im Betrieb ist das beste Fundament zur Zukunftssicherung, ganz besonders, wenn das Wissen intern weitergegeben wird und dadurch ständig angepasst und weiterentwickelt wird. Kunden von morgen wollen bei Gewinnern kaufen, die den Geist und die Prozesse der Zukunft begriffen und in ihrem Betrieb umgesetzt haben.

In: florieren! 12/2019