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Ausbildung heißt Zukunftssicherung - gerade in Zeiten des Fachkräftemangels

Dennoch wurden noch nicht so wenige Auszubildende eingestellt wie im vergangenen Jahr. Dabei liegt gerade in der guten Ausbildung eine Riesenchance für die Zukunft der grünen Branche. Jeder Betrieb sollte hierzu einen aktiven Beitrag leisten, appelliert der Personalexperte.

Junge Menschen sind Garanten für die Zukunft, ganz egal ob sie nach der Ausbildung bleiben oder auch andere Erfahrungen sammeln wollen. Je mehr davon in einer Branche ausgebildet werden, umso größer ist auch der Fundus, auf den die Unternehmen zugreifen können. Denken Sie daran, dass junge Menschen den Zeitgeist lebendig in unsere Unternehmen bringen, wenn wir dies auch zulassen. Die Generation Millennium ist anders, da sie unter veränderten Rahmenbedingungen aufgewachsen ist und nichts anderes kennt. Gerade im aktiven Umgang mit jungen Menschen in der Ausbildung erlebe ich alle positiven Tugenden, die gerade von Führungskräften oft vermisst werden: Engagement, Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen.

Schlüsselrolle der Ausbildungsverantwortlichen

Jeder Personal- und Ausbildungsverantwortliche muss umdenken. Es muss klar sein, dass jede marketingtechnische Aufwertung von Betrieben spätestens nach den ersten Tagen auffliegt. Ja, wir müssen unsere Betriebe attraktiv darstellen. Die Voraussetzung dafür ist, dass die zeitgemäßen Anforderungen und Erwartungen der Azubis bei uns angekommen sind und diese sich in den Prozessen sowie dem Ausbildungsverlauf widerspiegeln.

Eine Schlüsselrolle kommt den Ausbildern zu. Ausbildung im Jahr 2022 ist anders als noch vor 20 Jahren. Deshalb muss unabhängig vom AdA-Schein über die Ausbildungsbefähigung nachgedacht werden. Es geht um die zeitgemäße Vermittlungskompetenz und ein neues Verständnis für den Umgang und die Fürsorge. Es geht aber auch um Lösungen für den Umgang mit lernschwachen Azubis. Das sind häufig gute Mitarbeiter in der Praxis.

Eine Kurz-Umfrage Ende des vergangenen Jahres bei 400 Azubis im Fachhandel besagt, dass die Mehrheit der Azubis sich nicht richtig betreut und auch nicht wirklich verstanden fühlt. Oft ist der Altersunterschied zwischen Ausbilder und Azubi zu groß. Ab einem Altersunterschied größer als 15 Jahre ist die Verständnisebene bereits schwierig.

Die Aufgabenstellungen sind:

  • Die Sicherstellung der betriebliche Ausbildungsqualität gemäß den Vorgaben, um die Auszubildenden wirklich zu befähigen.
  • Eine regelmäße Feedbackkultur mit Rückmeldung an die Betriebsleitung, um frühzeitig Themen zu erkennen. Auszubildende wollen mit ihren Anliegen ernst genommen werden.
  • Die Bereitschaft der Ausbilder, eine Bewertung ihrer Leistung zu bekommen, über die gezielt nachgedacht wird. Erfahrungsgemäß führt eine Ausbilderbewertung zu einer anderen Akzeptanz und Weiterentwicklung. In diesem Segment stehen wir gerne als externe Ausbildungsbeauftragte an Ihrer Seite.

Ausbildung muss Spaß machen. Die Zeit von Sätzen wie „Lehrjahre sind keine Herrenjahre” sind vorbei. Gerade bei den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen müssen Spaßfaktoren im Ausbildungsverlauf gezielt geplant und abgestimmt werden. Zudem müssen gute Azubis mit hoher Eignung frühzeitig wissen, welche Perspektiven nach der Ausbildung möglich sind. So könnte bereits an Weihnachten der Arbeitsvertrag überreicht werden, natürlich mit dem Hinweis, dass die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wird.

Ich bin überzeugt, dass in vielen Betrieben mehr getan werden muss. Jeder Betrieb wird sich in Zukunft intensiver um die Ausbildung und Qualifizierung kümmern müssen. Denn ohne qualifizierte und motivierte Mitarbeiter kann ich mir die Grüne Branche, insbesondere den Endverkauf, nicht vorstellen.

in: DEGA Grüner Markt, Ausgabe 3-4/2022