© GERMANN Vertrieb & Personal 2020–2023
Detailseite-Redaktion

Der erste Kontakt ist digital!

Neue Medien nutzen

Das Internet bietet nicht nur neue Möglichkeiten für den Verkauf, sondern auch für die Mitarbeitergewinnung. Erwin Germann erklärt, wie man seine Website und Social-Media-Aktivitäten nutzen kann, um sich attraktiv als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb darzustellen.

Einiges ist in Bewegung, viele Betriebe haben die Pandemie genutzt, um die digitalen Medien aktiv für das Geschäft zu einzusetzen. Der erste Schritt ist geschafft, doch nun gilt es, in zwei Bereichen weiterzudenken. Viele Webseiten sind ähnlich und erfüllen den Zweck. Doch für den Betrachter fehlt die individuelle Note und die echte Wiedererkennung.

Hier geht es gezielt um Differenzierung – was ist bei uns anders? Die Antwort ist ganz einfach, denn jeder Betrieb sieht anders aus und hat vor allem andere Mitarbeiter. Mit diesem Grundgedanken kann eine Differenzierung beginnen. Doch wir brauchen den Mut, aus der Masse herauszutreten, also virtuell sichtbar zu werden. 

Im weiteren Schritt geht es um die Profilierung – was können wir beweisbar besser als andere? Es geht um die nachweisliche Kernkompetenz. Jedem muss bewusst sein: Wer alles macht und alles anbietet, ist nirgends wirklich top.

Immer aktuell und authentisch

In der Praxis ist zu beachten, dass es bei jeder digitalen Darstellung um Aktualität und Authentizität geht. Deshalb empfehle ich jedem Betrieb einen konzeptionellen Ansatz von Anfang an. Die geplante Strategie muss über einen vertretbaren Zeitraum machbar sein. Es bringt nichts, die Homepage aufzupeppen, und dann passiert nichts mehr. Das merken Kunden, Besucher und gerade potenzielle Bewerber ganz schnell.

Wir brauchen immer wieder neue Bilder und Beiträge. Die Marketing-Experten sprechen von Story-Telling. Welche Geschichten können und wollen Sie erzählen? Grundvoraussetzungen für eine Attraktivität als Betrieb sind Bilder von den Menschen, die dort arbeiten. Potenzielle Bewerber wollen sehen, mit wem sie zukünftig zusammenarbeiten.

Zu beachten ist, dass sich die Bedürfnisse der beiden Zielgruppen unterscheiden:

  • Kunden interessieren sich für Neuheiten und Innovationen sowie Geschichten der Mitarbeiter
  • Potenzielle Bewerber interessieren sich für das Team, die Werte und den Nachweis für ein gutes Betriebsklima

Mit einem digitalen Arbeitgeber-Attraktivitäts-Check kann geprüft werden, wie der digitale Auftritt bei potenziellen Bewerbern ankommt – der erste Kontakt zu einem Betrieb erfolgt heute zu 99 % digital.

Im Umgang mit Kunden haben viele Betriebe es begriffen, dass es einfach sein muss. Das bedeutet im Hinblick auf potenzielle Bewerber und Auszubildende: Es muss bereits auf der Startseite einen Hinweis oder Link geben. Für eine zeitgemäße Bewerberansprache insbesondere bei jungen Menschen ist eine andere Form der Ansprache wichtig – digital und unkompliziert: „Du suchst eine Challenge“.

Über Stellenanzeigen funktioniert Personalsuche aktuell nicht mehr. Heute gehören folgende Aspekte einfach dazu:

  • Startseite mit Rubrik „Wir über uns” mit aktuellen Bildern und „jugendlich”
  • Vorstellung der Mitarbeiter auf interessante Weise – mit einer erkennbaren Linie
  • Kurze Videobeiträge von Mitarbeitern auf YouTube als Erklärung warum sie gerne in diesem Betrieb arbeiten
  • Social Media geht anderes und ist lebendiger. Hier brauchen wir eine Affinität der Beteiligten, sonst ist der Effekt vorbei.

„Begreifen Sie bitte, dass der Kampf um die guten Mitarbeiter und Auszubildenden in vollem Gange ist”, sagt Erwin Germann, Experte für Vermarktung, Verkauf und Führung unter anderem in der grünen Branche. „Sie werden ausgewählt!”, betont der Vertriebsprofi. Er begleitet Unternehmer gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeitern bei der Konzeptentwicklung. Mit einem kleinen Team von Mitarbeitern definieren wir Themen und Ideen, mit denen sich Betriebe interessant machen können. Mit einem bewährten Werbegerüst wird der Prozess dargestellt, überwacht und bewertet. „Alle Themen und Medien konkurrieren gegeneinander, um das Kerninteresse der Follower zu ermitteln”, erläutert Erwin Germann. „Nur die Themen mit großer Resonanz werden weiterverfolgt und gleichzeitig neue Themen gespielt.” Um die Wirkung zu steigern, sollte eine Verlinkung auf die jeweilige Landingpage erfolgen, auf eine Wiedererkennung geachtet werden und die Kontaktaufnahme vereinfacht werden.

In: florieren! 10-2021