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Adventsfloristik

Authentisch und anders als andere sein

von Erwin Germann

Bereits ab Ende August werden die ersten Lebkuchen erfolgreich verkauft. Kein Verbraucher bleibt unberührt vom Angebot in der Überflussgesellschaft, in der wir leben. Floristen muss es in diesem Umfeld gelingen, etwas Besonderes aus der Adventszeit zu machen um die Kunden zu animieren, sich etwas Florales zu gönnen. Im Besonderen und Andersartigen liegt der Reiz, den kreative Floristen gezielt nutzen können.

Die klassischen Adventsausstellungen ziehen heute keine Massen mehr an wie in der Vergangenheit. Deshalb müssen sich Floristen über individuelle Besonderheiten, florale Kompositionen und Zusammenstellungen unterscheiden. Dies kann ein regionaler Bezug, eine besondere Spezialität oder eine persönliche Affinität des Floristen sein. Es muss jedoch immer ein Hauch von Anders dabei sein, wenn man sich profilieren will. Entscheidend ist außerdem, dass das Präsentierte auch authentisch ist.

Genauso wichtig ist es in der heutigen Zeit, Anlässe bereits im Vorfeld zu vermarkten. Die geweckten Ansprüche müssen dann auch erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen werden.

Grundsätzlich sollte sich jeder Florist bei seinen Aktivitäten einen gesunden Geschäftssinn bewahren. Die vielen Arbeitsstunden und der Einsatz im Vorfeld des Adventsgeschäfts müssen sich bezahlt machen. Den Ausschlag für eine Ausstellung oder ein ähnliches Event sollte deshalb eine betriebswirtschaftliche Betrachtung geben. Sprechen die Fakten dagegen, bleibt trotzdem genug Spielraum, die vorweihnachtlichen Wochen für das Geschäft zu nutzen. Alle Floristen sollten unabhängig vom Wettbewerb dafür sorgen, dass die Kunden die floralen Gestaltungmöglichkeiten auch wahrnehmen können.

Ich erinnere mich hier gerne an die Aktion eines Gewerbevereins im Umfeld von Nürnberg: Die Einzelhändler hatten einen Geschenkzug in ihren Schaufenstern aufgestellt, in dem jeder teilnehmende Betrieb ein Geschenk zeigte. Die Floristin war sehr kreativ und löste dadurch bei ihren Kunden an verschiedenen Stellen Inspirationen aus.

Und im Gegensatz zur Genussmittelindustrie mit all ihren Verführungen können Sie Ihren Kunden mit ruhigem Gewissen vermitteln, dass sie beim Kauf von floralen Geschenken hinsichtlich ihres Gewichts kein Problem haben werden.

Text: Edith Strupf, Stuttgart

Quelle: Florieren! 10-2013, www.florieren.net